Eines vorweg: Ich habe dieses Projekt schlichtweg unterschätzt: vom Zeitaufwand, von den Kosten, den nervenaufreibenden Dingen und last but not least, der Kraft, die das Ganze kostete. Ich hoffe inständig, dass sich dieser Aufwand am Ende auszahlt. Wenn ich nur daran denke, dass mir dieses Projekt am Ende über 2 Monate gekostet hat und letztendlich „nur“ etwas mehr Luxus beim Umsetzen meiner eigentlichen Projekte verschafft, wird mir irgendwie flau in der Magengegend. Dazu kommt auch noch, dass ich am Ende doch wieder Kompromisse eingehen musste. Dazu mehr weiter unten…
Man sagt ja immer, dass man auf Fehlern lernt. Okay, in meinem speziellen Fall habe ich zwar öfter mal meine Zweifel, aber dieses Mal sollte irgendwas mal fruchten. Genug Geschwafel – ich habe ernsthafte Gründe für die Vergrößerung meiner Werkstatt. Nachdem ich nun einen Winter in diesen neuen Gefilden verbracht und ein paar wenige Projekte umgesetzt habe, durfte ich feststellen, dass ich ein paar echte Probleme zu lösen habe…
Problem #1 – Platzmangel
Mein „Werkzeugpark“ wird immer größer, also genau genommen werden meine Werkzeuge größer und natürlich auch mehr. Ich meine damit nicht einen weiteren Akku-Schrauber, sondern eine Tischkreissäge, eine Abrichte, eine Werkbank oder einen Sägetisch. Irgendwie sprengt es den Rahmen meiner Miniwerkstatt allmählich.
Problem #2 – Staub und Dreck
Bei meinen Winterprojekten kam ich immer wieder in die Verlegenheit, Schleifen zu müssen. Das hielt ich in diesen Momenten immmer für eine exzellente Idee… bis dann am Tag danach das Ausmaß der Aktion zu sehen war: Alles – aber wirklich alles – war eingestaubt. Und irgendwie auch nicht nur „ein bischen“ sondern immer brutal. Das macht auf Dauer keinen Spaß, es muss sich etwas ändern.
Ich brauche einen separaten Raum zum Schleifen, Fräsen, Sägen und Hobeln. Einen Raum, in dem ich so richtig Dreck machen kann.

Der Plan
Neben meiner Werkstatt gibt es noch zwei weitere Räume. Ich habe beschlossen, die Wand zwischen ihnen heraus zu möllern, um dann einen etwas größeren Raum zu haben. Ich muss jetzt gestehen, dass ich mir um die Einrichtung und Platzaufteilung im Vorfeld absolut keine Rübe gemacht habe. Ich bin stumpf davon ausgegangen, das der Platz dann jetzt endlos sei und ich keine Sorgen mehr haben muss. Dieser Irrtum holte mich später noch ein. Fuck!
Also los – auf geht’s
Aufgabe 1 – entrümpeln
Ich dachte erst, der Raum Nummer eins sei die Hölle auf Erden. Der war mannshoch mit so etwas ähnlichem wie Holz. Genau genommen war es aber eine Mischung aus Holz, Presspappe, Brandschutzmaterial, Altmöbel und Spanplatten. Alles schon klitzeklein. Also habe ich alles von Hand sortiert, das echte Holz schum Kamin gekarrt und den anderen Gulasch zur Deponie gefahren. Ich war dermaßen froh, als der Kram endlich weg war. Aber dann… kam der zweite Raum…


Ich habe noch nie so viel unentsorgbaren Scheiss auf einen Haufen gesehen. Hier ein kleiner Überblick: Dachpappe, zerfluste Mineralwolle, ne volle Ost-Mülltone, altes Klo, Dachrinnen und Abflussrohre, Schüttung, alte Elektrogeräte, ein Fahrrad, alte Fenster und Türen und so weiter. Ich werde wohl mehrere Wochen brauchen, um alles wirklich loszuwerden. FUCK
Aufgabe 2 – Wand abreißen






Aufgabe 3 – Das Balkenproblem
Beim Entfernen der Wand musste ich mit Schrecken feststellen, dass die Balken für das Dach nicht durchgängig waren. So ein Mist ey! Also was jetzt tun? Ich habe dann kurzer Hand beschlossen, etwas Holz an die Balken anzuflanschen.
Gottseidank bin ich ja mittlerweile ein kauziger Holz-Messi und hatte noch ein paar Bohlen in meinem Fundus. Also habe ich die eben längs aufgeschnitten, so, dass die jetzt seitlich an die unterbrochenen Balken angeschraubt werden konnten. Problem solved!!!!




Aufgabe 4 – Der Boden
Es ist nicht so, dass ich einen so tollen Fußboden haben möchte, von dem ich meinen Kartoffelsalat essen würde. Prinzipiell hätte mir auch ein reiner Betonboden gereicht, aber ich habe noch 2 Gebinde mit 10 Jahre alter Fußbodenfarbe gefunden und dachte mir „’nen Versuch ist es wert“. Wie durch ein Wunder hat das Zeug dann wirklich für zweimal Auftragen gereicht und wurde sogar hart und fest.



Aus-Over-Ende-Roger-Whittaker..
Aufgabe 5 – Löcher, Spalte und Risse

Diese Aufgabe war echt fürchterlich und erschien mir endlos. Es haben ja ganze Steine in den Wänden gefehlt. Und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die ganze Wand ausschließlich aus Löchern und Rissen besteht. Am Ende habe ich zwei große Säcke Rotband-Putz verbraucht. Ganz ehrlich – irgendwann kann man die Scheiße nicht mehr sehen…

Aufgabe 6 – Die Decke
Man nehme, was man habe. Ich hatte mir ja fest vorgenommen, dass der Ausbau des Raumes möglichst kostensparend erledigt wird. Klar gibt es für den Innenausbau die geilsten Materialien, aber um die Decke „vernünftig“ abzuhängen und zu Isolieren, wäre ich locker bei fünfhundert Euro oder mehr. Das muss auch billiger gehen und trotzdem nicht scheiße aussehen.

Sparmaßnahme #1: Ich habe meine Lager durchsucht und alles an Brettern zusammen getragen, was irgendwo noch rumlag. Dann habe ich die längs aufgeschnitten. Klar sind die auch alle irgendwie zu kurz, aber dann habe ich die einfach verlängert und gut war es.

Sparmaßnahme #2: Die Isolierung der Decke ist ein fröhlicher Potpourri aus Steinwolle, Glaswolle, komischer Wolle, vergammelter Wolle, zusammengesetzt aus verschiedenen Größen und Dicken. Hätte ich Amalgam-Wolle zur Hand gehabt, hätte ich die wahrscheinlich auch mit reingebastelt. Aber die wirklich bescheuertste Idee war, gebrauchte Mineralwolle zu verwenden. Das geht gar nicht. Nur Gekrümel, das überall hinfliegt, nur nicht in der Decke bleibt. Letztendlich habe ich den alten Kram dann doch stumpf entsorgt.

Aufgabe 6 – Farbe (Ach du scheiße)
Aufgabe 7 – Elektrizität und Licht
Im Raum sind sieben Dreifach-Feuchtraum-Steckdosen installiert. Außer an der Absaugstation gibt es an jeder Dreierdose jeweils 2x Dauerstrom und einmal Dauerstrom mit Master/Slave Funktion. Das heißt, dass wenn man diese spezielle Steckdose benutzt, springt automatisch die Absauganlage an. Die Absaugung selbst ist auch noch mittels Nockenschalter umschaltbar zwischen „Slave-Betrieb“ , „Aus“ und „Dauerbetrieb“.
Die Steuer-Elektronik habe ich in einer Mini-Unterverteilung untergebracht.
Ich habe die beiden Bauteile mal verlinkt.
Zusammenfassung
Alles in allem habe weit über 100 Stunden in das „Mini-Projekt“ Werkstatterweiterung gesteckt
Entkernung (30h)
- Mauer rausschlagen (12h)
- Deckenbalken abfangen und aufdoppeln (6h)
- Bauschutt entsorgen (12h)
Vorarbeiten (19h)
- Großer Raum Sperrmüll und Sondermüll entsorgen (6h)
- kleiner Raum Holzkram sortieren, verbrennen bzw entsorgen (10h)
- Grundreinigung (3h)
Boden (14h)
- Fundamentschlitz mit Estrich auffüllen (4h)
- Unebenheiten abschleifen und verspachteln (3h)
- Reinigung (2h)
- Grundierung (2h)
- Versiegelung 1 (3h)
- Versiegelung 2 (2h)
Dach (1h)
- Dach abdichten (1h)
- Dach reinigen (10% fertig)
- Dachrinne reparieren (0% fertig)
Decke (8h)
- Lattung einziehen (6h)
- Isolierung
- Deckenplatten einbauen (0% fertig)
- Verspachteln und Wandanschluss (0% fertig)
- Decke streichen (0% fertig)
Wände (25h)
- Grobe Bauschäden zumauern (2h)
- Löcher und Risse verschließen (12h)
- Dachanschluss abdichten (1h)
- Wände streichen (10h)


