Teil 1 – Die Idee (Februar)
Emmi stand eines Tages mal in meinem Schlafzimmer. Generell findet sie meine Wohnung recht interessant, weil sie witzig geschnitten ist und sie sich über 3 verschiedene Höhenebenen zieht, also so ein bisschen Loft-mäßig. Jedenfalls meinte sie, das es toll wäre, die ein oder andere Wand freundlich schwarz zu gestalten. Erst musste ich lachen, jedoch später freundete ich mich immer mehr mit diesem Gedanken an. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, dass ich einfach nur schlicht gemalerte Wände nicht so toll finde. Kurzum, ich wäre da eher für ein Akustikraster oder ähnliches. Ich schaute mich dann aber mal etwas intensiver in meinem Schlafzimmer um und stellte fest, dass ich in den letzten Jahren wohl etwas „betriebs-blind“ geworden bin. Also wenn ich hier was verändere, dann sollte ich bei der Gelegenheit auch gleich mal meinen Holzfußboden wieder auffrischen, alle Risse in den Wänden verschließen und …. jetzt fiel es wie Schuppen von meinen Augen – vielleicht auch mal das Mobiliar durchtauschen, so dass vielleicht mal „alles aus einem Guss“ ist. Genau genommen bedeutet das, alles muss raus, alles muss neu – außer den Schränken. Das zentrale Element ist natürlich das Bett. Der Rest ist nur „Kleinkram“. Das Bett… Verdammt. Ich will was besonderes und ich will es selbst bauen. Prost Mahlzeit!
Hier noch mal mein jetziges Bett.

Nicht dass ich eigentlich schon genug große und kleine Projekte auf meiner Agenda habe, aber diese Nummer erscheint mir nicht wirklich trivial. Ich werde also versuchen, das Ganze so zu organisieren, dass mein eh schon chaotisches Zeit Management nicht komplett aus den Fugen fliegt. Außerdem möchte ich mit dem ganzen Sost fertig sein, bevor es draußen warm wird und ich meine Zeit eh nur noch unter freiem Himmel verbringe und sich dann diese Baustelle endlos zieht. Also gut – ich werde diese Aufgabe einfach mal so behandeln müssen, als wäre sie ein Projekt wie in meinem Job. Okay – ran an die Bouletten – lang den Arm und kurz die Pause!
Teil 2 – Planung
Ja, ich hab ’ne Macke… Alles muss erstmal in 3D
Ich möchte immer erst einmal sehen, wie gewisse Sachen wirken, obwohl ich sie noch gar nicht habe. Dazu nutze ich schon ewig die freie Software Sweet Home 3D. Man kann über diese Software sagen, was man will. Blabla … keine GPU Unterstützung … blabla … unflexibel … kaum 3d CAD Fähigkeiten usw. Ihr Schandmäuler – geht und wascht euch den Mund mit Seife aus! Die Software ist kostenlos (wenn man nicht auf den Link vom Microsoft Store klickt), es gibt jede Menge Plugins und super Bibliotheken und lässt sich super bedienen. Aber vor allem rendert SH3 ziemlich geile fotorealistische Bilder heraus. Also ich finde es Klasse. Aber auch wenn ich schon viele Jahre mit der Software arbeite, gibt es doch immer wieder neue Herausforderungen:
Aufgabe No #1 – Sweet Home 3D und eigene Möbel
Bisher kam ich immer ganz gut mit den frei verfügbaren Modellen und Bibliotheken klar. Aber jetzt, da ich ja was ganz Eigenes machen will, wird es Zeit, sich mal um um die Erstellung von 3D Objekten zu kümmern. Natürlich wollte ich irgendetwas aus der Freeware Abteilung haben. Außerdem war mir wichtig, dass man keine 44-wöchige Einarbeitungszeit plus Fernstudium benötigt. Und so kam ich zu Autodesk Tinkercad – fast ein Kinderprogramm. Total Simpel. Aber genau genommen bestehen ja die meisten Objekte irgendwie nur aus einfachen geometrischen Figuren. Und somit ist das Programm für meine Zwecke voll ausreichend.

Irgendwie niedlich, diese Software. Aber genau genommen reicht der Funktionsumfang für mich völlig aus. Ich habe hier jetzt einfach mal 2 Kanthölzer erzeugt, wobei das obere eine Fräsung oder Nut hat, in die ich einen LED Streifen reinbauen möchte.
Und ja, eigentlich zeigt dieser Screenshot schon alle Werkzeuge, die zur Verfügung stehen. Ganz ehrlich… Powerpoint ins tausendmal komplizierter.
Aber es gab ein Problem. Egal, was ich als obj-File exportiert hatte, ließ sich nicht in SH3 wieder importieren. Aber googeln hilft. Für den, den es interessiert, hier kurz die Lösung des Problems:
- In Tinkercad das Modell exportieren und als Format .obj auswählen. Das Modell wird als zip-file auf der Festplatte gespeichert.
- Die Datei entpacken. Jetzt sieht man 2 Dateien. Jetz die xxx.mtl Datei löschen (Das ist die Materialbeschreibung des Modells. SH3 legt aber eine neue an und braucht diese nicht, bzw kann damit nichts anfangen). Dann benennt man die xxx.obj Datei so um, wie die zip-datei hieß, zB MeinBettrahmen.obj
- Diese obj Datei sollte wieder als zip Datei gepackt werden
- Dann in SH3 importiert man diese neu erstellte ZIP Datei wieder und dreht sie in die richtige Stellung. Jetzt kann man auch schon festlegen, aus welchem Material das Objekt besteht oder welche Farbe es hat. Hey… schon fertig. Gar nicht sooo schwierig – man muss es nur wissen…
Kleiner Hinweis: Man sollte beim Export darauf achten, dass man immer nur die Bauteile zusammen exportiert, die aus einem Material bestehen. Also in meinem Fall die schwarzen Holzteile und die (später) glänzenden Metallteile.
Aufgabe No #2 – Sweet Home 3D und spezielle Lichtquellen
Wer schon mal mit Sweet Home 3D fotorealistische Bilder erzeugt hat, kam irgendwann an den Punkt, an dem Beleuchtungsprobleme auftreten. Und naja, die Auswahl der Lampen hält sich auch wirklich in Grenzen. Ganz schlimm wird es, wenn man LED Stripes simulieren will. Als wieder Google fragen! Und siehe da, die Lösung ist recht simpel: Es gibt tatsächlich ein Plugin, mit dem man Lichtquellen simulieren kann. Sau Geil!
Hiermit geht’s! Man geht auf der SH3 Website zu den Plugins und dann auf Plugin Contributions. Da wird man dann fündig.
Kurz downloaden und installieren. Nach einem Neustart von SH3 kann man dann lustig Leuchten designen.

Hier habe ich jetzt einmal 4 dieser Doppelbalken aus TinkerCad im Quadrat angeordnet und warmweiße LED Streifen eingefügt. Okay, vielleicht sollte ich später dann die Leuchtkraft noch reduzieren.
Ich bin der Meinung, dass diese Qualität der Simulation locker ausreicht, um eine Vorstellung zu bekommen, wie das Ergebnis später aussehen wird.
Okay, genug Technik- und Computerkrams – Jetzt geht es an das richtige Modell!

to be continued…
